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Magnetresonanztomographie (MRT)

Keine Röntgenstrahlen

Die Kernspintomographie setzt keine Röntgenstrahlen ein, sondern arbeitet mit einem starken Magnetfeld und Radiowellen. Da keine Röntgenstarhlen eingesetzt werrden, können auch Kinder und Schwangere (ab dem 4. Monat) untersucht werden.

Magnetom Aera 1,5 (Siemens)

Sowohl an unserem Standort in Simmern, als auch am Standort Cochem steht ein MRT Magnetom Aera mit einer Magnetfeldstärke von 1.5 Tesla. Das besondere am Magnetom Aera ist seine große Öffnung („Gantry“) mit einem Durchmesser von 72 cm. Geräte der früheren Generationen haben eine maximale Öffnung von 60 cm. Durch die größere Öffnung können somit selbst Patienten mit Platzangst untersucht werden. Auch sind die neuen Geräte deutlich leiser als ihre Vorgängermodelle.

Untersuchungssequenzen und -planung

Durch eine individuelle Untersuchungsplanung (Arzt) und durch standartisierte Untersuchungsprogramme (MRTA/MFA) können innerhalb relativ kurzer Untersuchungszeiten nahezu alle Körperregionen untersucht werden. Jeder Patient/jede Patientin wird entsprechend der zu beantwortenden Fragestellung untersucht.

Kontrastmittelgabe

Da es sich bei der MRT um ein sogenanntes paramagnetisches Kontrastmittel handelt (kein jodhaltiges Kontrastmittel, wie bei einer Computertomografie) liegt die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten allergischer Reaktionen im Vergleich zur CT deutlich niedriger.

Zu beachten ist jedoch, daß alle Konttrastmittel, die in der MRT gebräuchlich sind, nicht unbedenklich angewendet werden dürfen. Dies insbesondere bei Patienten mit bekannten Nierenerkrankungen. Hier kann es zu der sogenannten nephrogenen systemischen Fibrose (NFS) kommen. Die Ursache ist vermutlich eine Art Zellvergiftung, die zu einer krankhaften Vermehrung des Bindesgewebes in Haut, Muskulatur und inneren Organen (z.B. Leber, Herz, Lunge) führt.

Deshalb wägt der untersuchende Arzt bei jeder Untersuchung sorgfältig ab, ob eine Kontratsmittelgabe zur Beantwortung der gestellten Fragen notwendig ist. Bei eingeschränkter Nierenfunktion erfolgt selbstverständlich keine Kontrastmittelgabe.

Kontrindikation zur Durchführung einer MRT

Aufgrund der deutlichen Zunahme der strahlenfreien MRT Untersuchungen ist ein Herzschrittmacher nicht generell eine Kontraindikation zur Durchführung einer MRT. Es gibt immer mehr MRT taugliche Herzschrittmacher. Die Patienten erhalten nach einem Herzschrittmacher einen Pass, der ausweist, ob der Schrittmacher MRT tauglich ist. Im Zweifel wird natürlich keine MRT Untersuchung durchgeführt.

Eine sichere Kontraindikation sind Metallsplitter im Auge, da sie im Magnetfeld wandern und somit gefährlich werden können.

Auch Cochlearimplantate (medizinisch technisches Gerät zum Innenohrersatz) stellen eine Kontraindikation dar, da die Spannungsversorgung mittels eines Magneten erfolgt.

Informationen zur Untersuchung bestimmter Körperregionen

MRT des Gehirns

Eine der häufigsten Einsatzgebiete ist die Schlaganfalldiagnostik. Bei einem Schlaganfall muss zeitnah eine Therapie erfolgen, sonst kommt es zu bleibenden Schäden. Die MRT ist ein sichereres Verfahren, mit dem Schlaganfälle innerhalb kürzester Zeit abgeklärt werden können. Durch spezielle „Sequenzen“ ist es möglich, das Alter den Infarktes zu bestimmen (perfusions- und diffusionsgewichtete Bildgebung). Bei frischen Infarkten kann somit sofort mit einer Therapie begonnen werden.

Weitere Fragestellung sind unklare neurologische Ausfälle (z.B. Epilepsie), demenzielle Erkrankungen, entzündliche Erkrankungen (Multiple Sklerose) und natürlich die Abklärung von Hirntumoren (im Hirngewebe sowie an den Hirnnerven) oder auch Metastasen im Rahmen einer Tumorerkrankung.

MRT Kopf mit narbigen Veränderungen bei Durchblutungsstörungen

MRT Akustikusneurinom links

MRT der Wirbelsäule

Salopp gesagt: Viele Menschen „haben Rücken“. Falls die Beschwerden länger anhalten, ist eine Bildgebung erforderlich. Meist wird zunächst eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Diese reicht jedoch nicht immer aus, da bei einer Röntgenuntersuchung nur die knöchernen Strukturen dargestellt werden.

Bandscheibenvorfälle, Engstellen im Rückenmarkkanal (Spinalkanalstenose), entzündliche Veränderungen (z.B. der kleinen Wirbelgelenke) und tumoröse/metastatische Veränderungen können am sichersten mittels der MRT diagnostitiziert werden.

MRT der HWS Normalbefund

MRT der HWS mit erheblichem Verschleiß

MRT der LWS mit Bandscheibenvorfall

MRT LWS schwerster Verschleiß

MRT der Gelenke

Eine der häufigsten Untersuchungen ist die MRT der Gelenke mit Frage nach Verschleiß (Arthrose), Entzündung (Arthritis, auch Rheuma) oder Verletzung. Unter zu Hilfenahme spezieller Techniken können überlagerungsfrei alle Strukturen der Gelenke, wie z.B. beim Kniegelenk die Menisken, die Bänder, der Gelenkknorpel, die Muskeln, die Schleimbeutel, etc. dargestellt werden. Die MRT ist an allen Gelenken des Körpers möglich - am häufigsten untersucht werden die Kniegelenke, gefolgt von Schulter-, Hand-  und Hüftgelenken. Aber auch Probleme an Finger- und Fußgelenken können mittels der MRT diagnostiziert werden.

MRT der Schulter mit intakter Supraspinatussehne

MRT Kniegelenk Normalbefund

MRT der Schulter mit Riß der Supraspinatussehne

MRT Kniegelenk mit Riß des Innenmeniskus (Hinterhorn)

MRT Schultereckgelenksarthrose

MRT der Gefäße (MR-Angiographie)

Die MR-Angiographie ist eine schonende Möglichkeit, um arterielle und venöse Gefäße ohne Röntgenstrahlen darzustellen. Früher wurden hierzu Katheter in Arterien oder Venen in die entsprechenden Körperregionen vorgeschoben, mit der Gefahr der Gefäßverletzung (Blutung) oder der Embolie (Schlaganfall). Diese Gefahren bestehen heute nicht mehr!

Mit Hilfe dieser neuen Technik sind wir in der Lage, hochaufgelöste Gefäßdarstellungen aller Körperregionen, bis auf die Herzkranzgefäße, anzufertigen. Mit unserem hochmodernen 1,5 Tesla Aera sind wir sogar in der Lage, die Hauptschlagader (Aorta) und die Bein- und Fußgefäße in einem Untersuchungsgang abzuklären.

Hierzu wird der Patient in speziell dafür entwickelte Spulen eingepackt und später in das Gerät eingefahren. Über eine vorher platzierte Braunüle wird dann ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel gespritzt,um die Gefäße im Körper sichtbar zu machen.

MRT Angiografie der Becken- und Beinarterien bei ausgeprägter Arteriosklerose der Oberschenkelarterien

MRT Angiografie der Nierenarterien Normalbefund

MRT der Kopfgefäße

Zur Untersuchung der Kopfgefäße ist eine Kontrastmittelgabe nicht notwendig. Mit Hilfe dieser Untersuchung können eingeengte (Stenosen) oder aufgeweitete (Aneurismen) Gefäße, Blutgerinnsel (Thromben) oder Gefäßverschlüsse dargestellt werden.

MRT des Halses

Bei unklaren Schwellungen am Hals (Lymphknoten, Speicheldrüsen) kann die MRT sehr schnell Klarheit schaffen, im Hinblick auf das Vorliegen von Entzündungen bzw. tumorösen Veränderungen. Auch können Tumore im Hals-/Rachenraum detektiert werden.

MRT des Thorax

Bei dieser Untersuchung können Entzündungen, Tumore und Metastasen der Wirbelsäule, des Mediastinums, der Thoraxwand und der Axillen erkannt werden. Eine Feinbeurteilung Lungenparechymes gelingt mit der MRT jedoch nicht, wenngleich mit unserem modernen 1,5 Tesla Aera Lungenmetastasen ab einer Größe von 10 mm erkennbar sind. Eine Lungenmetastasensuche muss infolgedessen mit einer Computertomographie des Thorax erfolgen.

MRT des Herzens

Aufgrund unserer Aussattung (Hard- und Software) können wir an beiden Praxisstandorten eine MRT des Herzens durchführen.

Die Hauptindikation zur Durchführung einer MRT sind Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, die insbesondere unter Stressbedingungen auftreten. Da bei einer MRT Untersuchung eine fahradergometrische Belastung nicht möglich ist, erfolgt diese mithilfe eines speziellen Medikamentes, welches die Herzdurchblutung steigert.

Die MRT arbeitet mit spezifischen Sequenzen, die sowohl die Durchblutung des Herzmuskels (auch narbige Veränderungen) zeigen als auch die Funktion der Herzklappen und die Pumpfunktion des Herzens.

Des Weiteren können entzündliche Herzveränderungen und anatomische Gegebenheiten (z. B. Herzfehler, Gefäßanomalien) dargstellt werden.

Wie entscheiden, ob eine MRT oder eine CT des Herzens sinnvoll ist.

Entscheidend ist hier die Fragestellung. Eine CT ist dann die Methode der Wahl, wenn die Herzkranzgefäße im Foccus stehen. Nur mittels der CT können Plaques (verkalkte und nicht verkalkte) nachgewiesen werden. Die MRT zeigt die möglichen Folgen am Herzmuskel als reversible Veränderung (Durchblutungsstörung) oder als dauerhafte Gewebschädigung (Narbe).

MRT des Bauchraums

Die Kernspintomographie (MRT) ist eine schonende Möglichkeit, alle Organe des Bauches ohne Röntgenstrahlen zu untersuchen. Bei dieser Untersuchungsmodalität werden hochaufgelöste und überlagerungsfreie Bilder der inneren Organe erzeugt.

Zur Darstellung der Leber, inbesondere in der Metastasensuche und Tumornachsorge hat sich die MRT der Leber gegenüber der Computertomographie durchgesetzt. Nicht nur wegen spezieller Techniken, sondern auch aufgrund leberspezifischer Kontrastmittel, die je nach Fragestellung eingesetzt werden.

Durch eine sogenannte MRCP können zudem die Gallengänge inner- und außerhalb der Leber, die Gallenblae sowie das Gangsystem der Bauchspeicheldrüse untersucht werden. Diese Untersuchung wird z.B. bei der Frage nach der Ursache eines Gallenaufstaus eingesetzt. Es können sowohl Gallensteine, Entzündungen des Gangsystems und auch tumoröse Raumforderungen nicht invasiv dargestellt werden.

Aber nicht nur die Leber, sondern auch die Nieren die Nebennieren, die Bauchspeicheldrüse, die Milz und die Geschlechtsorgane können mit diesem Verfahren sehr gut untersucht werden.

Wir führen zusätzlich an beiden Praxisstandorten hochaufgelöste Untersuchungen des Dünn- und Dickdarmes durch. Diese Methode kann z.B. entzündliche Veränderungen des Darms nachweisen (z.B. M. Crohn). Auch der Nachweis von Passagehindernisssen innerhalb und außerhalb des Darmes ist möglich. Zu beachten ist jedoch, daß die MRT des Darms eine Darmspiegelung nicht ersetzt, sondern als zusätzliche Methode bei Unklarheiten ergänzend durchgeführt werden kann.

Multiparametrische Prostata MRT

Sowohl an unserem Standort in Simmern als auch an unserem Standort in Cochem führen wir die sogenannte multiparametrische Prostata MRT bei Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms durch. Durch diese spezielle Untersuchungsmethode können sowohl Aussagen bezüglich Größe und Lage der Prostata, der umgebenden Strukturen (Samenblasen, etc.) als auch der Struktur der Prostata gemacht werden.

Mit speziellen Sequenzen (i.e. sogenannte Diffusions gewichtete Sequenz, dynamische Kontrastmittel Sequenzen) ist es möglich, Gewebeunreglemäßigkeiten in der Prostata zu loklalisieren und zu klassifizieren.

Auffällige Befunde werden im Hinblick auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms nach der Pi-Rads (Prostata Imaging Reporting System) klasissifiziert. Dieser internationale Standard dient der Objetivierung von Befunden und sichert eine hohe Qualität, auch bezüglich der Untersuchungstechnik. Die Einteilung erfolgt nach einer 5 Punkte Skala. Ein Pi-Rads Score von 1-2 sagt aus, dass ein Prostatkarzinom eher unwahrscheinlich ist, ein Score von 4 eher wahrscheinlich und ein Score von 5 sehr wahrscheinlich. Bei einem Score von 3 ist eine Entscheidung nicht möglich.

Die Auswertung der Untersuchung ist natürlich sehr abhängig von der Expertise des befundenen Arztes. Bei pathologischen Befunden erfolgt eine gezielte Biopsie. Auch diese führen wir an unseren beiden Praxisstandorten durch.